Das Berufsfeld es Tierheilpraktikers

Was ist ein Tierheilpraktiker?

Ein Tierheilpraktiker ist ein Therapeut, der bei Tieren eine naturheilkundliche Diagnostik und Behandlung vornimmt, um akute und chronische Erkrankungen zu behandeln. Im Unterschied zu einem Tierarzt, setzt ein Tierheilpraktiker dabei ausschließlich auf Naturheilverfahren und alternative Methoden der Behandlung.

Was ist Naturheilkunde?

Die Naturheilkunde umfasst verschiedene Methoden zur Untersuchung (ganzheitliche Diagnostik) und Behandlung von Krankheiten. Die Heilmethoden, die dabei zum Einsatz kommen, sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers ansprechen und dabei chronischen und akuten Erkrankungen vorbeugen, sie heilen oder zumindest lindern. Im Unterschied zur s. g. Schulmedizin oder konventionellen Medizin wird dabei der Organismus ganzheitlich betrachtet.

Der Unterschied zur Schulmedizin

Schulmedizin Unter „Schulmedizin“ oder konventioneller Medizin versteht man diagnostische und therapeutische Verfahren, die auf dem  Ursache-Wirkungsprinzip basieren. Dabei wird davon ausgegangen, dass Ursache und Wirkung mit wissenschaftlichen Methoden objektiv belegbar sind. Dabei ist Schulmedizin primär krankheitsorientiert, d. h. es werden Krankheiten, Symptome oder isolierte Faktoren, die als Ursache einer Erkrankung in Frage kommen, behandelt.

Im Gegensatz dazu betrachtet die Naturheilkunde die Gesamtheit von Körper, Seele und Geist in einem ganzheitlichen Ansatz. Eine Krankheit wird als Störung dieses Systems betrachtet – das Gleichgewicht des Systems gerät dann aus den Fugen.  Das Tier wird dabei primär als gesund betrachtet und Erkrankungen entstehen dann, wenn das innere Gleichgewicht ins Wanken gerät. Ziel der Naturheilkunde ist es, durch die Aktivierung der Selbstheilungskräfte dieses Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Behandlung erfolgt demnach gesundheitsorientiert.

Sind Naturheilverfahren wirksam?

KräuterheilkundeLange bevor es die Schulmedizin gab, wurden Naturheilverfahren eingesetzt, weil es schlichtweg keine andere Möglichkeit gab, Patienten zu behandeln. Demnach wurden einige der klassischen Naturheilverfahren wie z. B. die Kräuterheilkunde oder die Traditionelle Chinesische Medizin über Jahrtausende hinweg erfolgreich eingesetzt und weiterentwickelt. Inzwischen wurde die Wirksamkeit vieler Naturheilverfahren genauso durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt werden wie Therapien der Schulmedizin. Abgesehen davon bieten Naturheilverfahren die Möglichkeit, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und demnach zu behandeln. Beispielsweise wird eine chronische Niereninsuffizienz in der Schulmedzin durch Labordiagnostik erst augenscheinlich, wenn der Patient bereits einen Großteil seiner Nierenfunktion eingebüßt hat. Selbst Frühmarker wie der SDMA-Wert scheinen hier nicht immer zuverlässige Ergebnisse zu liefern. In Naturheilverfahren wie der Traditionellen Chinesischen Veterinärmedizin jedoch, zeigen sich die Muster einer solchen Erkrankung durchaus wesentlich früher. Zungen- und Pulsdiagnostik sind hier mächtige Werkzeuge, aber auch Symptome wie Hinterhandschwäche, Kühle im Lendenwirbelbereich oder Gehörprobleme sind hier Indizien, die von der Schulmedizin gar nicht mit einer solchen Erkrankung in Verbindung gebracht werden, dem Tierheilpraktiker aber ermöglichen, schon viel früher einzugreifen.

Wie wird man Tierheilpraktiker?

Die Ausbildung, Prüfung und Zulassung von Tierheilpraktikern ist in Deutschland gesetzlich nicht geregelt. Leider darf sich daher im Grunde jeder „Tierheilpraktiker“ nennen und Tiere behandeln. Von einem solchen Vorgehen sollte man natürlich im Sinne der Tiere absehen. Um Tierheilpraktiker zu werden, bedarf es einer soliden Ausbildung, in der sowohl anatomische, physiologische und pathologische Grundlagen vermittelt werden (ähnlich der Schulmedizin) als auch ausführlich auf die naturheilkundliche Diagnostik und Behandlung von Tieren eingegangen wird. Dabei unterscheidet sich der Lehrinhalt naturgemäß sehr stark vom dem einer veterinärmedizinischen Ausbildung. Damit ist nicht nur der Umfang der Ausbildung gemeint. Denn ein Tierarzt absolviert ein etwa sechsjähriges Vollzeit-Studium und legt im Anschluss ein Staatsexamen ab, während die Ausbildung zum Tierheilpraktiker meist in 24-36 Monaten nebenberuflich erfolgt. Vor allem bezieht sich der Unterschied auf die Lehrinhalte, die sich bei Naturheilverfahren stark von denen der Schulmedizin unterscheiden. Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, den Beruf des Tierheilpraktikers zu ergreifen, dann informieren Sie sich über unser Ausbildungskonzept, denn wir vermitteln einen naturheilkundlichen Ansatz und kein abgespeckte schulmedizinische Ausbildung.